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Kapitel 1 – Mit dem Kopf durch die Wand

Eine Welt, ähnlich wie deine, trug den Namen Drognien. Große Gebirge zogen sich über weite Teile der Landschaft. Zwischen ihnen lagen tiefe Täler, dunkle Wälder, Flüsse und Siedlungen. Straßen und Verkehrswege verbanden Orte miteinander, die früher viele Tagesreisen voneinander entfernt gewesen waren.
 
In einem dieser Gebirge erhob sich der Berg Oruz weit über alle anderen hinaus. Seit Jahrtausenden lebten Menschen an seinen Hängen. Besonders nachts konnte man das schon aus großer Entfernung erkennen. Unten lagen die Lichter dicht beieinander. Je weiter sie den Berg hinaufreichten, desto größer wurden die dunklen Flächen dazwischen. Nahe den höchsten Regionen waren nur noch einzelne Lichtpunkte zu sehen. An manchen Stellen erleuchteten allerdings auch weit oben auf dem Oruz ganze Bereiche die Nacht.
 
Am Fuß des Oruz lagen große Siedlungen. Viele Häuser waren teilweise in den rötlichen Fels gebaut und mit Glas, Metall und moderner Technik erweitert worden. Beleuchtete Straßen führten zwischen ihnen hindurch und weiter den Berg hinauf.
 
Auf einer dieser Straßen waren am Abend nur noch wenige Menschen unterwegs. Zwei von ihnen gingen gerade an einem Haus vorbei, als eine junge Stimme nach draußen drang.
 
„Wir sind die Nächsten—“
„Sag es nicht!“, rief eine tiefere Stimme sofort dazwischen.
Die beiden auf der Straße sahen zum Haus. Einer grinste. „Ist das Xidar?“
Der andere blickte kurz den Oruz hinauf. „Ja. Morgen ist ihr Aufzug. Du kennst sie ja.“
Amüsiert gingen sie weiter.
 
Drinnen stand Xidar im Flur und biss sich auf die Lippe. Ihr Vater kannte den Rest ihres Satzes längst. Sie ging in ihr Zimmer und schloss die Tür.
 
Ganz leise murmelte sie: „… und dagegen machen könnt ihr nix.“
„Ich kann dich trotzdem hören!“, rief ihr Vater.
Xidar verdrehte die Augen.
„Und solange du hier wohnst, kannst du nichts dagegen machen! Was ich sage, wird gemacht!“
 
Jetzt war es vorbei. Xidar drehte sich um und rammte ihre Stirn gegen die Felswand. Der Schlag hallte durch das Zimmer.
 
Ihr Hauno hielt das problemlos aus. Er gehörte zu ihrem Körper und bildete eine flache, harte Fläche auf ihrer Stirn. Bei Xidar war er oben breiter und lief nach unten schmal zu. Sie hatte ihn dunkel poliert und selbst eine feine Linie hineingearbeitet. So war es heute modern.
 
Die Haunos ihrer fernen Vorfahren waren einmal viel größer gewesen. Damals hatten sie ihnen geholfen, schwere Steine zu bewegen und Fels zu bearbeiten. Heute waren sie kleiner und für die meisten Menschen eher ein Teil ihres Aussehens geworden.
 
Xidar benutzte ihren Hauno gerade für etwas anderes.
Aus dem Flur kam die Stimme ihres Vaters. „Auf den Berg willst du nicht, aber immer noch mit dem Kopf durch die Wand!“
Xidar sah die helle, Stelle im Stein an. „Die gibt wenigstens irgendwann nach.“
Diesmal kam keine Antwort.
Xidar wartete kurz und zog dann unter ihrem Bett eine Tasche hervor. „Du wirst ja sehen, was ich dagegen machen kann“, murmelte sie.
 
Der Streit mit ihren Eltern hatte nicht erst heute angefangen. Seit Wochen versuchte Xidar ihnen klarzumachen, dass sie nicht auf den Oruz wollte. Morgen sollte ihr Aufzug beginnen. Nach der Tradition musste sie ein ganzes Jahr in einer der oberen Regionen des Berges leben.
 
Für ihre Eltern gehörte das einfach dazu.
Für Xidar nicht.
 
Sie packte einige Kleidungsstücke in die Tasche. Nicht die warme Ausrüstung, die ihre Eltern für den Aufzug bereitgelegt hatten. Xidar packte für etwas ganz anderes: Wasser, Energiezellen für ihre Geräte, ein kleines Werkzeugset und alles, von dem sie glaubte, dass es unterwegs nützlich sein könnte.
 
Wo genau dieses „unterwegs“ enden würde, wusste sie allerdings noch nicht.
Die Tür öffnete sich. Xidar schob die Tasche schnell unter ihr Bett.
Ihre Mutter kam herein und sah zuerst auf den Stapel mit den Sachen für den nächsten Morgen. „Wo sind deine dicken Handschuhe?“
„Brauche ich nicht“, sagte Xidar trotzig.
Ihre Mutter öffnete eine Schublade, holte die Handschuhe heraus und legte sie zur Jacke. „Doch, die wirst du brauchen.“
Xidar setzte sich auf ihr Bett. „Nicht, wenn ich nicht gehe.“
 
Ihre Mutter sah sie kurz an. Wahrscheinlich hielt sie das für einen weiteren Versuch, den Aufzug doch noch abzusagen. „Xidar, wir fangen jetzt nicht wieder von vorne an.“
 
Das war genau das, was Xidar so wütend machte. Niemand wollte mehr darüber reden. Alle taten so, als wäre längst entschieden, was richtig für sie war.
 
Ihre Mutter prüfte noch einmal die Jacke und die Handschuhe. „Morgen beim Fest und beim Fischessen bist du hoffentlich besser drauf.“
„Ich esse nicht mit.“
„Dann musst du eben mit leerem Magen auf den Oruz“, sagte ihre Mutter und ging zur Tür. „Vergiss die Handschuhe nicht.“
Dann war sie weg.
 
Xidar wartete, bis ihre Schritte im Flur nicht mehr zu hören waren. Danach zog sie die Tasche wieder unter dem Bett hervor. Die dicken Handschuhe sah sie kurz an.
 
Sie ließ sie liegen.
Wenn alles nach Plan lief, würde sie sie nicht brauchen.
 
Später am Abend war es im Haus ruhiger geworden. Xidar hatte inzwischen fast alles verstaut. Nur etwas zu essen fehlte noch.
 
Im Versorgungsraum öffnete sie das Kühlfach und entdeckte sofort eine große vorbereitete Schale und einen großen Fisch.
 
„Natürlich Fisch“, dachte sie.
 
Seit langer Zeit gehörte Fisch zum Aufzug. Früher war er für die Menschen in den Bergen etwas Besonderes gewesen. Die großen Flüsse und Seen lagen weit entfernt, und es war schwierig gewesen, frischen Fisch bis zum Oruz zu bringen. Heute war das kein Problem mehr.
 
Trotzdem gab es beim Aufzug Fisch.
Xidar hob die Abdeckung. Das beste Stück erkannte sie sofort. Ihr Vater nahm es jedes Jahr.
Sie betrachtete es einen Moment. „Wer hat mich eigentlich gefragt, ob ich bei meinem Aufzug Fisch will?“
Xidar nahm das Stück, wickelte es ein und steckte es in ihre Tasche. „Mal sehen, wie euer Aufzug ohne Fisch läuft.“
Im Augenblick fühlte sich das ziemlich gut an.
 
Zurück in ihrem Zimmer fehlte noch etwas anderes. Xidar griff in eine kleine Nische neben ihrem Bett und holte einen dunklen Stein hervor. Feine rötliche Linien liefen durch seine Oberfläche.
 
Ihr Clanstein.
 
Sie hatte ihn bekommen, als sie geboren wurde. Bei den Rix, dem Bergclan, zu dem Xidar gehörte, bekam jedes Kind einen solchen Stein. Nach einer sehr alten Überlieferung waren die Steine des Clans miteinander verbunden. Manche glaubten sogar, dass etwas von den Menschen in ihnen blieb, die sie ihr Leben lang getragen hatten.
 
Beweisen konnte das niemand.
 
Xidar war bei vielen alten Geschichten skeptisch. Bei dieser nicht. Den Stein würde sie auf keinen Fall zurücklassen.
 
Sie steckte ihn in die Innentasche ihrer Jacke und schaltete das Projektionsfeld an ihrer Wand ein. Sechs Zeichen erschienen.
 
Xidar schrieb:
Xidar: Heute Abend. Die Höhle. Bringt alles mit. Wir ziehen es heute durch.
Lixa antwortete als Erste.
Lixa: Bin dabei. Hab den Chip von meinem Vater dabei.
Xidar grinste. Genau darauf hatten sie gehofft.
Kurz darauf erschienen zwei weitere Antworten. Eine davon war deutlich weniger begeistert.
Nira: Vielleicht sollten wir noch mal darüber reden.
Dann antwortete Jetay.
 
Jetay: Na endlich. Dachte schon, ihr habt Angst, und wollt morgen auf dem Berg frieren.
 
Xidar verzog kurz das Gesicht. Ausgerechnet Jetay. Soweit sie wusste, würde er auf dem Oruz in einem warmen Bett schlafen.
 
Xidar: Wir reden in der Höhle.
Zwei der sechs Zeichen blieben dunkel. Sie wartete.
Nichts.
Vier würden kommen. Nicht sechs.
 
Xidar schaltete die Projektion wieder aus. Durch ihr Fenster sah sie den Oruz. Die Lichter zogen sich weit über seine Hänge. Irgendwo dort oben sollte sie am nächsten Morgen ein Jahr ihres Lebens beginnen.
 
Sie zog den Vorhang zu.
Heute Nacht hatte sie etwas anderes vor.
Es dauerte lange, bis ihre Eltern schlafen gingen. Xidar lag angezogen auf ihrem Bett und wartete.
 
Irgendwann hörte sie ihren Vater schnarchen. Er begann mit einem langen, tiefen Geräusch, machte eine kurze Pause und ließ zwei kleinere folgen. Fast immer gleich.
 
Xidar kannte diesen Rhythmus seit ihrer Kindheit.
 
Sie nahm ihre Tasche und öffnete leise die Tür. Vor dem Schlafzimmer ihrer Eltern blieb sie stehen. Eigentlich wollte sie einfach vorbeigehen. Trotzdem schob sie die Tür ein Stück auf.
 
Ihr Vater lag auf dem Rücken. Im schwachen Licht konnte Xidar seinen breiten Hauno erkennen. Anders als sie hatte er nie etwas daran poliert oder verziert. Für ihn war ein Hauno eben ein Hauno.
 
Am Nachmittag hatte Xidar sich noch vorgestellt, wie ihre Eltern am nächsten Morgen ihr leeres Zimmer entdecken würden. Da hatte sich der Gedanke ziemlich gut angefühlt.
 
Jetzt war das anders.
Sie war immer noch wütend. Aber das waren trotzdem ihre Eltern.
Xidar stand einen Moment in der Tür. „Ihr hättet ja zuhören können“, flüsterte sie und ging weiter.
An der Haustür prüfte sie noch einmal ihre Tasche und fühlte nach dem Clanstein in ihrer Jacke. „Alles da.“
 
Die Tür öffnete sich und kalte Luft kam herein. Xidar zog ihre Hände sofort in die Ärmel. Sie dachte kurz an die dicken Handschuhe oben in ihrem Zimmer.
 
„Nein, die brauche ich nicht.“
Sie würde schließlich nicht auf den Oruz gehen.
 
Xidar verließ das Haus ihrer Eltern mit einem anderen Gefühl als sonst. Der Berg erhob sich über der Siedlung. Unten lagen seine Lichter dicht beieinander, weiter oben wurden sie immer weniger.
 
Xidar kannte den Weg, den sie am nächsten Morgen hätte nehmen sollen.
Heute ging sie in die andere Richtung.
„Jetzt erst mal Lixa abholen.“
 

Kapitel 2 – Der alte Weg

Die Straßen am unteren Oruz waren um diese Uhrzeit fast leer. Schmale Lichtlinien verliefen an ihren Rändern und folgten jeder Kurve. Zwischen den Häusern leuchteten einzelne Fenster, und weiter oben am Berg lagen die Lichter der anderen Siedlungen wie kleine Punkte übereinander.
 
Xidar kannte diesen Weg besser als fast jeden anderen. Seit Jahren fuhr sie ihn beinahe jeden Morgen. Sie wusste, an welcher Stelle die Straße leicht abfiel, wo hinter einer Kurve ein kurzer Anstieg kam und an welchem Hügel man genug Schwung mitnehmen konnte, um alle anderen zu überholen.
 
Heute sah alles genauso aus.
Trotzdem fühlte es sich anders an.
 
An der nächsten Kreuzung standen mehrere öffentliche Boards in ihren Halterungen. Xidar nahm eines heraus, stellte ihre Tasche vorne ab und setzte sich in Bewegung. Das Board schwebte dicht über der markierten Fahrspur und beschleunigte, sobald es die Führung der Straße erfasst hatte.
 
Schon von Weitem erkannte Xidar eine schmale Gestalt an der nächsten Kreuzung.
Lixa.
 
Xidar verlangsamte nicht. Als sie an ihr vorbeifuhr, nahm Lixa einfach eines der wartenden Boards und schloss zu ihr auf. Eine Begrüßung brauchten sie nicht.
 
Nach einigen Metern sah Xidar zu ihr hinüber. „Hast du ihn?“
Lixa klopfte gegen die kleine Tasche unter ihrer Jacke. „Natürlich.“
„Zeig.“
„Nein. Wenn du ihn jetzt fallen lässt, bringe ich dich persönlich morgen auf den Oruz.“
Xidar grinste. „Du klingst schon wie meine Mutter.“
„Dann hör wenigstens auf mich.“
 
Der Zugangschip gehörte Lixas Vater. Ohne ihn würden sie bei ihrem Plan nicht besonders weit kommen. Xidar hatte Lixa mehrmals gefragt, ob sie ihn wirklich nehmen könne. Am Nachmittag hatte sie noch behauptet, das sei überhaupt kein Problem gewesen. Jetzt hielt sie die Tasche allerdings auffällig fest.
 
Sie fuhren weiter. Die Strecke führte zunächst in dieselbe Richtung wie ihr täglicher Schulweg. Xidar merkte, dass sie fast automatisch an denselben Stellen beschleunigte und bremste wie sonst auch. Lixa tat es genauso. Sie mussten sich nicht absprechen. Nach so vielen Jahren wusste jede von ihnen, was die andere an der nächsten Kurve machen würde.
 
Vor ihnen kam ein längerer Hügel. Xidar grinste. „Weißt du noch, wie ich hier früher gestürzt bin?“
Lixa lachte sofort. „Welches Mal?“
„Das eine Mal.“
„Du bist hier dreimal gestürzt.“
Xidar schüttelte den Kopf. „Das dritte zählt nicht.“
„Du bist vom Board gefallen.“
„Ich bin abgesprungen.“
„Und mit dem Gesicht gelandet.“
Xidar musste lachen. „Ich wollte eben schneller sein als ihr.“
 
„Du musst immer schneller sein als alle anderen.“
 
Sie nahmen den Hügel fast gleichzeitig. Für einen Moment beschleunigten beide, als wäre es wieder irgendein ganz normaler Morgen und als müssten sie nur herausfinden, wer zuerst oben ankam.
 
Xidar gewann knapp.
„Immer noch“, sagte sie zufrieden.
Lixa rollte neben sie. „Ich war noch gar nicht bereit.“
„Ausreden.“
Sie fuhren weiter.
 
Der kleine Wettkampf hatte sich vertraut angefühlt. Für ein paar Minuten waren da nur Schule, ihr alter Weg und Lixa neben ihr. Genau wie immer – nur diesmal mitten in der Nacht.
 
Dann kam die Abzweigung.
Links führte die Straße weiter in die Richtung, die sie jeden Morgen nahmen.
Heute mussten sie nach rechts.
Xidar wurde langsamer. Lixa ebenfalls. Keine von beiden sagte etwas.
 
Der Oruz lag hinter den Häusern und ragte über ihnen auf. Hoch oben waren nur wenige Lichter zu sehen. Morgen früh würden auf den Straßen wieder Menschen unterwegs sein, Familien würden sich auf den Aufzug vorbereiten, und irgendwo würde wahrscheinlich bereits der Fisch auf den Tischen stehen.
 
Xidar bog nach rechts ab.
Lixa folgte ihr.
 
Nach einigen Minuten wurden die Häuser seltener. Die Straßen führten zwischen Felsen und niedrigerem Gelände hindurch. Der Oruz blieb hinter ihnen sichtbar, doch vor ihnen öffnete sich die Landschaft langsam.
 
Schließlich zweigte ein schmalerer Weg von der Hauptstraße ab. Dort mussten sie die Boards verlassen. Zwischen dunklen Felsen führte ein Pfad weiter zu einem Ort, den sie seit Jahren nur die Höhle nannten.
 
Xidar stellte ihr Board zurück in eine Halterung und nahm ihre Tasche. Lixa tat dasselbe.
Für einen Moment standen beide nebeneinander und blickten auf den dunklen Pfad.
„Ob die anderen schon da sind?“, fragte Lixa.
Xidar zog den Riemen ihrer Tasche über die Schulter. „Finden wir es heraus.“
Gemeinsam gingen sie weiter und verschwanden in der dunklen Nacht.
 

Kapitel 3 – Die Höhle

Der Weg zur Höhle führte nur ein kurzes Stück von der Straße weg. Xidar und Lixa gingen zwischen niedrigen Felsen hindurch. Der Oruz war auch von hier aus zu sehen. Hinter ihnen zog sich sein dunkler Hang in den Himmel, übersät mit Lichtern.
 
Noch bevor sie die Höhle sehen konnten, hörten sie ein kurzes Pfeifen.
Xidar blieb stehen.
Ein zweites Pfeifen folgte, diesmal etwas länger.
„Jetay“, sagte Lixa.
„Wer sonst.“
 
Sie gingen um einen größeren Felsen herum. Jetay war nicht in der Höhle, sondern stand einige Meter davor auf einem erhöhten Stein und schaute in Richtung Straße. Als er die beiden sah, sprang er herunter.
 
„Endlich.“
Xidar sah ihn schief an. „Wir sind pünktlich.“
„Fast.“
„Das ist auch pünktlich.“
Jetay grinste nur und ging vor ihnen in die Höhle.
 
Der Ort war nicht besonders groß. Weiter hinten lief Wasser über eine Felswand und sammelte sich in einer flachen Mulde, bevor es zwischen den Steinen wieder verschwand. Xidar und Lixa kannten die Höhle schon seit Jahren. Früher hatten sie hier gesessen, wenn sie nach der Schule nicht sofort nach Hause wollten. Später hatten sie mit den anderen versucht, Musik zu machen, geredet, gestritten und Pläne gemacht, die meistens spätestens am nächsten Morgen wieder vergessen waren.
 
Heute lagen vier Taschen auf dem Boden.
Sollte sich heute einer ihrer Pläne erfüllen?
 
Nira saß auf einem flachen Stein nahe der Wand. Ihre Tasche auf ihrem Schoß und beide Hände darumgelegt. Als Xidar und Lixa hereinkamen, lächelte sie kurz, wirkte dabei aber nicht besonders erleichtert.
 
Xidar sah sich um. „Die anderen?“
Jetay schüttelte den Kopf. „Nichts.“
„Dann haben sie selber schuld“, schnaufte Xidar.
Lixa setzte ihre Tasche ab. „Vielleicht kommen sie noch.“
Jetay blickte zum Eingang. „Dann sollten sie sich beeilen.“
 
Xidar sagte nichts dazu. Sechs hatten den Plan gemacht. Vier waren gekommen. Das gefiel ihr nicht, aber vier waren immer noch genug.
 
Lixa öffnete ihre Jacke und holte einen kleinen dunklen Chip hervor. Sie hielt ihn einen Moment zwischen zwei Fingern, bevor sie ihn Xidar reichte.
 
Jetay streckte ebenfalls die Hand aus.
Lixa sah ihn an. „Was?“
„Ich kann ihn auch nehmen.“
„Kannst du nicht.“
„Warum nicht?“
Lixa legte den Chip in Xidars Hand.
Jetay verzog das Gesicht.
 
Xidar steckte ihn sofort in eine Innentasche ihrer Jacke. „Ich kann damit umgehen.“
„So schwer ist das nicht. Nur weil ihr schon so lange befreundet seid“, sagte Jetay.
„Das auch.“
 
Der Chip gehörte Lixas Vater. Er flog regelmäßig die kleine Versorgungsfähre des Clans und brauchte ihn für den Zugang zum Hangar und zum Schiff. Lixa und Xidar waren schon oft mit ihm dort gewesen. Als Kinder hatten sie jede Gelegenheit genutzt, bei der sie mitdurften. Damals war der Hangar einfach ein interessanter Ort gewesen, an dem Dinge ankamen und wieder verschwanden.
 
Heute war er der wichtigste Teil ihres Plans.
Nira sah auf Xidars Jacke. „Und wenn er merkt, dass der Chip weg ist?“
„Dann sollten wir vorher weg sein“, sagte Xidar.
„Das meinte ich nicht.“
Xidar wusste, was sie meinte. Lixas Vater würde Ärger bekommen. Vielleicht nicht lange, aber sicher genug.
Lixa setzte sich neben Nira. „Ich habe den Ersatzchip genommen. Mein Vater wird es gar nicht merken.“
Jetay lehnte sich gegen die Wand. „Und dann sind wir hoffentlich nicht mehr hier.“
Nira sah ihn an, sagte aber nichts.
 
Für einen Moment wurde es ruhig. Nur das Wasser an der hinteren Wand war zu hören.
Dann deutete Lixa auf eine kleine Tasche, die Jetay neben sich abgelegt hatte. „Hast du das wirklich mitgenommen?“
 
Jetay öffnete sie ein Stück. Darin lag eines der Instrumente, mit denen sie seit Monaten immer wieder herumprobierten.
 
Xidar musste grinsen. „Du nimmst das mit?“
„Wir müssen doch den Song fertigbekommen. Und bald haben wir mehr Zeit“, sagte Jetay.
Lixa lachte. Selbst Nira musste kurz lächeln.
 
Sie hatten nie eine richtige Band gegründet. Es hatte keinen Namen gegeben, keine Auftritte und auch keinen ernsthaften Plan. Irgendwann hatten sie einfach angefangen, gemeinsam Musik zu machen, weil jeder von ihnen etwas anderes konnte.
 
Jetay war besonders gut darin, tiefe Klänge und Rhythmen so zu verändern, dass plötzlich alles größer wirkte. Lixa hatte ein gutes Gefühl dafür, wann etwas zusammenpasste. Xidar war die Stimme. Nira brachte meistens neue Texte oder Ideen mit und stritt sich anschließend mit allen darüber, was davon im Text bleiben sollte.
 
Heute war sie allerdings sehr ruhig.
 
Nira war erst später dazugekommen und mit dem Plan für diese Nacht nie wirklich einverstanden gewesen. Trotzdem war sie mitgekommen.
 
Der eine Song, an dem sie am längsten gearbeitet hatten, war bis heute nicht fertig.
„Was ist eigentlich damit?“, fragte Nira.
Xidar wusste sofort, welchen sie meinte.
Jetay hob sein Klanggerät etwas an. „Der Anfang steht.“
Xidar verdrehte die Augen.
Jetay grinste. „Lay. Yar. Rix.“
„Ja, ja.“
„Wir haben abgestimmt.“
„Ich weiß.“
 
„Und du hast verloren.“
 
Lay, Yar und Rix waren die drei Clans, aus denen sie kamen. Jetay gehörte zu Lay, Nira zu Yar. Xidar und Lixa waren beide Rix. Dass ausgerechnet Lay am Anfang ihres Songs zuerst genannt wurde, störte Xidar noch immer ein bisschen – auch wenn sie bei der Abstimmung selbst hatte zugeben müssen, dass es so besser klang.
 
Lixa schüttelte den Kopf. „Seit Monaten dieselbe Diskussion.“
„Lay muss trotzdem nicht zuerst kommen“, sagte Xidar.
„Doch“, sagte Jetay.
Nira lächelte, wurde aber schnell wieder ernst. „Wenn wir wirklich weg sind, wird der Song nie fertig.“
Xidar sah auf die vier Taschen am Boden. „Auf dem Oruz wird er auch nicht fertig.“
Diesmal sagte niemand sofort etwas.
 
Der Berg war der Grund, warum sie überhaupt hier saßen. Am nächsten Morgen sollte für ihren Jahrgang der Aufzug beginnen. Ein Jahr in den höheren Regionen des Oruz. Andere Jugendliche freuten sich darauf. Manche Familien machten daraus ein großes Ereignis. Für andere gehörte es einfach dazu.
 
Xidar wollte weder das eine noch das andere.
Jetay stieß sich von der Wand ab. „Wir sollten den Plan noch mal durchgehen.“
 
Er hatte vorher bereits die Umgebung des Hangars erkundet. Es war typisch für ihn, dass er nicht einfach zum vereinbarten Treffpunkt kam, sondern vorher noch irgendwo herumkletterte und prüfte, ob alles so war, wie sie es sich vorgestellt hatten.
 
„Kaum Bewegung“, sagte er. „Ein paar automatische Lieferwagen. Ich habe niemanden am Eingang gesehen.“
„Und das Schiff?“, fragte Nira.
„Steht da.“
„Nur eins?“
„Wie immer.“
 
Xidar kannte die Fähre. Sie war kein besonderes Schiff. Sie brachte Post, kleinere Lieferungen und Menschen zwischen dem Oruz, regionalen Stationen und einigen nahen Zielen hin und her. Gerade deshalb hofften sie, dass niemand sie besonders gut bewachte.
 
Nira zog ihre Tasche näher zu sich. „Und wohin fliegen wir dann?“
Jetay sah sie an. „Das haben wir doch besprochen.“
„Wir haben über Geschichten gesprochen.“
 
Nira sah auf ihre Tasche. „Und wenn das wirklich nur Geschichten sind? Wir müssten doch nicht einmal von Drognien weg. In den Waldregionen gibt es auch keinen Aufzug.“
 
Jetay verzog das Gesicht. „Dann können wir ja gleich zu den Schweinenasen gehen.“
Lixa sah ihn an. „Sag nicht sowas.“
„Was denn?“
 
So nannten manche Jugendliche vom Oruz die Menschen aus den Waldregionen. Meistens war es gegenseitiger Spott. Die Waldleute hatten für die Bergclans schließlich auch ihre Namen.
 
Xidar grinste. „Du willst auch nicht, dass die uns Kloppköpfe nennen.“
Lixa musste lachen.
Nira nicht.
„Ich meine es ernst“, sagte sie. „Vielleicht wäre das wenigstens etwas, das wir kennen und keine Geschichte.“
Damit meinte sie den Mond.
 
Seit Generationen erzählten sich Jugendliche der Bergclans Geschichten über ihn. Dort oben gab es alte und neue Anlagen, Relaisstationen und andere Einrichtungen, von denen jeder in der Schule lernte. Trotzdem hielten sich hartnäckig andere Geschichten.
 
Immer wieder sollten Jugendliche kurz vor ihrem Aufzug dorthin abgehauen sein. Manche angeblich nur für ein paar Tage, andere für immer. Von einer alten Station aus, so hieß es, seien einige sogar weitergezogen.
 
Wohin genau, hing davon ab, wer die Geschichte erzählte.
 
Manche sprachen von Welten mit warmem Wasser und weiten Ebenen. Andere von grünen Hügeln, auf denen niemand nicht jeden Morgen einen Berg vor der Nase hatte. Irgendjemand kannte immer jemanden, dessen Bruder von jemandem gehört hatte, der wirklich dort gewesen sein sollte.
 
Nira sah zwischen ihnen hin und her. „Kennt einer von euch überhaupt jemanden, der wirklich zum Mond abgehauen ist?“
Jetay zuckte mit den Schultern. „Mein Cousin kennt einen aus dem Nordbereich, dessen Bruder—“
Lixa lachte. „Natürlich kennt dein Cousin jemanden.“
„Tut er.“
„Und dessen Bruder kennt bestimmt noch jemanden.“
Jetay wollte antworten, aber Xidar hob die Hand. „Ist doch egal.“
Alle sahen sie an.
 
Xidar zog den Riemen ihrer Tasche fester. „Selbst wenn da keiner ist, dann sind wir eben die Ersten.“
Jetay grinste.
Nira nicht.
Lixa betrachtete Xidar kurz und stand dann auf. „Dann sollten die Ersten langsam los.“
Sie nahmen ihre Taschen und gingen zurück zur Straße.
 
Dort nahmen sie sich Boards aus den Halterungen. Xidar nahm eines, Lixa das nächste. Jetay war schon unterwegs, bevor Nira überhaupt ihre Tasche richtig befestigt hatte.
 
„Natürlich“, murmelte Xidar und beschleunigte.
Jetay hörte sie offenbar trotzdem. „Zu langsam, Rix!“
Xidar zog an ihm vorbei. „Träum weiter, Lay.“
Lixa folgte ihnen mit etwas Abstand. Nira kam als Letzte.
 
Die Straße führte zunächst durch flacheres Gelände. Der Oruz blieb hinter ihnen sichtbar, doch die Häuser wurden seltener und die Abstände zwischen den Lichtern größer. Vor ihnen lag die Richtung zum Hangar.
 
Für einige Minuten sagte niemand etwas.
Dann hörte Xidar hinter sich: „Wartet mal.“
Sie bremste und drehte sich um.
Nira war stehen geblieben.
Lixa fuhr zu ihr zurück. Jetay zog einen größeren Bogen und kam ebenfalls wieder näher.
„Was ist?“, fragte Xidar.
Nira hatte beide Hände am Board und sah zu ihnen. „Ich kann das nicht.“
Niemand sagte etwas.
 
„Ich dachte, wenn wir erst mal losfahren, wird es besser“, fuhr sie fort. „Aber es wird nicht besser.“
Lixa stieg von ihrem Board. „Du musst nicht—“
„Doch.“ Nira schüttelte den Kopf. „Ich muss zurück.“
Jetay atmete hörbar aus. „Dann geh doch zu den Schweinenasen. Da musst du wenigstens nicht auf den Berg.“
Nira sah ihn an.
Der Spruch hätte an einem anderen Tag vielleicht irgendeine dumme Antwort bekommen.
Jetzt nicht.
 
Sie stieg wieder auf ihr Board und drehte es in Richtung Oruz.
„Nira“, rief Lixa ihr nach.
Nira hob kurz eine Hand, ohne sich umzudrehen, und fuhr weiter.
Lixa sah ihr hinterher, bis sie einige Meter entfernt war. Dann drehte sie sich zu Jetay.
„Musste das sein?“
Jetay sagte nichts. Sein Gesicht sah plötzlich weniger zufrieden aus als noch vor wenigen Sekunden.
 
Xidar blickte ebenfalls zu ihm. Sie wusste, dass der Spruch daneben gewesen war. Sie wusste auch, dass sie etwas hätte sagen können.
 
Tat sie aber nicht.
Hinter Nira wurden die Lichter des Oruz immer dichter, je näher sie wieder den Siedlungen kam.
Aus vier waren drei geworden.
 

Kapitel 4 – Zwischen den Wegen

Nachdem Nira umgedreht hatte, dauerte es eine Weile, bis einer von ihnen wieder etwas sagte.
 
Die drei Boards glitten über die Straße in Richtung Hangar. Jetay fuhr einige Meter voraus. Lixa blieb neben Xidar, sagte aber nichts. Hinter ihnen wurden die Lichter am Oruz langsam kleiner, obwohl der Berg selbst noch immer groß über der Landschaft stand.
 
Die Gegend wurde flacher. Statt enger Häuserreihen lagen jetzt größere Felsflächen zwischen den Straßen. Niedrige, dunkle Pflanzen wuchsen dort, wo sich zwischen den Steinen Erde gesammelt hatte. In der Ferne waren einzelne Gebäude und technische Anlagen zu erkennen. Vieles davon gehörte zur Versorgung der Siedlungen am Oruz.
 
Xidar kannte auch diesen Teil der Strecke. Nicht so gut wie ihren Schulweg, aber oft genug war sie mit Lixa und ihrem Vater hier gewesen. Damals war der Hangar ein Ort gewesen, an dem sie zwischen Kisten herumgelaufen waren und darauf gewartet hatten, dass Lixas Vater endlich Feierabend machte.
 
Heute wollten sie sein Schiff stehlen.
Allein der Gedanke fühlte sich plötzlich größer an als noch in der Höhle.
Jetay wurde langsamer und deutete nach vorne. „Hier runter.“
 
Die markierte Fahrspur führte weiter geradeaus, doch ihr Weg zum Hangar zweigte zwischen den Felsen ab. Die Boards konnten dort nicht fahren.
 
Sie stellten sie an einer kleinen Haltestelle ab und nahmen ihre Taschen. Jetay war sofort unterwegs. Xidar folgte ihm, während Lixa noch einmal zurück zur Straße sah.
 
Der Pfad war schmal und uneben. An manchen Stellen mussten sie über größere Steine steigen oder sich zwischen niedrigen Büschen hindurchschieben. Xidar blieb mit dem Fuß an einer Felskante hängen und fiel fast hin.
 
Jetay sah über die Schulter. „Sehr elegant.“
„Ich wollte testen, ob du aufpasst.“
„Natürlich.“
 
Lixa kam hinter ihnen her. „Wenn ihr zwei euch ein bisschen mehr konzentriert, schaffen wir es vielleicht sogar bis zum Hangar, ohne dass einer von euch gewinnen muss.“
 
Xidar grinste kurz.
 
Für ein paar Minuten fühlte sich alles wieder vertrauter an. Jetay vorne, weil er grundsätzlich meinte, jeden Weg zuerst prüfen zu müssen. Lixa, die beide daran erinnerte, dass es auch noch andere Menschen gab. Und Xidar irgendwo dazwischen.
 
Dann wurde der Weg steiler.
 
Von einer höheren Stelle aus konnten sie weit zurück zum Oruz sehen. Seine unteren Hänge lagen voller Lichter. Weiter oben wurden sie seltener, bis nur noch einzelne Punkte in der Dunkelheit standen. Ein Bereich weit oben leuchtete allerdings so hell, dass er selbst von hier deutlich zu erkennen war.
 
Jetay deutete darauf. „Da wollen sie mich morgen hinschicken.“
Xidar folgte seinem Finger und musste lachen. „Das da?“
„Ja.“
„Du machst diesen ganzen Aufstand und bekommst ein Hotel?“
„Das ist kein Hotel.“
„Es leuchtet heller als unsere halbe Siedlung.“
„Da wohnen trotzdem Leute vom Aufzug.“
„Mit warmen Betten.“
Jetay verdrehte die Augen und ging weiter.
 
Lixa grinste. „Vielleicht bringen sie ihm morgens sogar Frühstück.“
„Sehr lustig“, rief Jetay zurück.
„Und tragen seine Tasche“, ergänzte Xidar hämisch.
Jetay hob eine Hand, ohne sich umzudrehen.
Xidar lachte. „Jetzt verstehe ich endlich, warum Lay zuerst im Song stehen musste. Ihr braucht die Aufmerksamkeit.“
Jetay blieb stehen. „Wir haben abgestimmt.“
„Ich weiß.“
„Und Lay hat gewonnen.“
„Nein. Die Reihenfolge hat gewonnen.“
 
Lixa sah zwischen beiden hin und her. „Ihr diskutiert das noch, wenn ihr achtzig seid.“
„Nur wenn er dann endlich zugibt, dass ich recht hatte“, sagte Xidar.
Jetay schnaubte und ging weiter.
 
Der Weg führte jetzt tiefer zwischen die Felsen. Der Hangar war noch nicht zu sehen, aber Xidar wusste, dass es nicht mehr weit war.
 
Lixa wurde langsamer.
 
Anfangs bemerkte Xidar es kaum. Erst als Jetay einige Meter voraus war, merkte sie, dass Lixa nicht mehr neben ihr ging.
 
Sie drehte sich um.
Lixa stand auf dem Weg und sah zurück zum Oruz.
„Kommst du?“
Lixa antwortete nicht sofort.
Jetay blieb weiter vorne ebenfalls stehen. „Was ist jetzt?“
Lixa hob kurz eine Hand, ohne ihn anzusehen. „Warte mal.“
Xidar ging zu ihr zurück.
 
Von hier aus lag ein großer Teil ihrer Heimat vor ihnen. Die Straßen waren kaum noch zu erkennen, aber die Lichter zeigten, wo die Siedlungen lagen. Zwischen ihnen zog sich der Oruz nach oben.
 
Lixa sah lange hin.
„Xidar …“
Xidar kannte diesen Ton.
„Was?“
Lixa atmete langsam aus. „Das ist unser Clan.“
Xidar sah ebenfalls zurück. „Ich weiß.“
„Nein.“ Lixa schüttelte den Kopf. „Ich meine unser Clan. Unsere Familien. Alles.“
Xidar sagte nichts.
 
Lixa setzte ihre Tasche ab. „Ich will auch nicht, dass sie entscheiden, was ich machen muss. Aber ich will deshalb nicht weg.“
Weiter vorne trat Jetay unruhig von einem Fuß auf den anderen.
„Wir müssen weiter“, rief er.
Xidar ignorierte ihn.
Lixa sah sie an. „Ich dachte, ich kann das. Wirklich. Aber ich will nicht irgendwohin. Ich will den Clan nicht im Stich lassen, Xidar.“
„Wir wissen doch noch gar nicht, wo wir landen.“
Lixa sah sie mit Tränen in den Augen an. „Genau. Wir wissen nicht, wohin.“
Das traf Xidar stärker, als sie erwartet hatte.
 
Sie wollte etwas erwidern. Irgendetwas darüber, dass es doch genau darum ging, selbst herauszufinden, wo man hinwollte. Dass sie nicht warten wollte, bis jemand anderes den Weg für sie festlegte.
 
Aber Lixa sah nicht aus, als müsste sie überzeugt werden.
Sie hatte ihre Entscheidung bereits getroffen.
Jetay kam einige Schritte zurück. „Xidar, wenn wir jetzt noch länger hier stehen, können wir den Plan vergessen.“
„Halt einfach mal die Klappe“, sagte Xidar.
Jetay blieb stehen.
Lixa sah auf Xidars Jacke. „Du hast noch den Chip.“
Xidar griff automatisch an die Innentasche.
 
Für einen Moment sagte keine von beiden etwas.
„Gib ihn mir“, sagte Lixa.
Xidar hielt die Hand auf der Tasche.
Ohne den Chip war ihr Plan vorbei.
„Lixa …“
„Er gehört meinem Vater.“
„Ich weiß.“
„Dann gib ihn mir.“
Jetay kam näher. „Wenn sie ihn zurücknimmt, war alles umsonst.“
 
Lixa sah ihn an. „Dich habe ich nicht gefragt.“
„Aber ich gehe nicht zurück, nur weil du es dir anders überlegt hast.“
„Jetay, sei ruhig“, sagte Xidar.
Er schüttelte den Kopf und trat wieder zurück.
Lixa sah nur noch Xidar an.
Xidar spürte den Chip durch den Stoff ihrer Jacke.
 
Sie kannte Lixa länger als fast jeden anderen Menschen. Sie waren diesen Berg gemeinsam hoch- und runtergelaufen, hatten zusammen Schule geschwänzt, Musik gemacht und sich über Dinge gestritten, an die sich heute keiner von ihnen mehr erinnerte. Wenn eine von ihnen irgendwo hingefallen war, hatte die andere meistens zuerst gelacht und erst danach geholfen.
 
Jetzt stand Lixa vor ihr und wollte nur den Chip ihres Vaters zurück.
Xidar nahm die Hand von ihrer Jacke.
„Ich bringe ihn zurück.“
Lixa sah sie ungläubig an. „Wann?“
Xidar wusste es nicht.
„Ich bringe ihn zurück“, wiederholte sie.
„Xidar.“
„Ich brauche ihn.“
Lixa schloss kurz die Augen. Als sie sie wieder öffnete, war sie nicht mehr wütend.
 
Das war schlimmer.
„Dann geh doch.“
Jetay war inzwischen wieder weitergelaufen.
Xidar blieb stehen.
Lixa nahm ihre Tasche und ging einige Schritte zurück in Richtung Straße.
„Lixa.“
Lixa drehte sich noch einmal um.
 
Xidar wusste nicht, was sie sagen wollte. Entschuldigung passte nicht. Sie wollte nicht zurück. Und zu behaupten, alles würde gut werden, wäre genauso falsch gewesen.
 
Weiter vorne rief Jetay: „Xidar!“
Lixa schaute in seine Richtung und dann wieder zu ihr.
„Geh schon.“
Dann drehte sie sich um und ging.
Xidar blieb noch einen Moment stehen.
Hinter ihr war Lixa. Vor ihr Jetay.
Zum ersten Mal, seit sie klein waren, gingen sie nicht denselben Weg.
 
Jetay verschwand bereits hinter der nächsten Felskante.
 
Xidar merkte, wie ihr die Tränen übers Gesicht liefen. Einen Moment später zog sie den Riemen ihrer Tasche fester und lief Jetay hinterher.
 
Als sie noch einmal zurückblickte, war Lixa schon weiter entfernt. Dann verschwand der Weg hinter einer Biegung.
 
Zwei Ecken später fand sie Jetay im Schutz einiger niedriger Büsche. Er lag halb auf dem Boden und beobachtete etwas zwischen den Zweigen.
 
Xidar ließ sich neben ihn sinken und versuchte, die Tränen vor ihm zu verstecken.
Vor ihnen stand der Hangar.
 
Er war kleiner, als man bei einem heimlichen Fluchtplan vielleicht erwartet hätte. Ein breites Gebäude aus dunklem Metall und Stein, daneben einige Lagerflächen und eine schmale Zufahrt. Über dem großen Tor leuchteten nur wenige Lampen. In dem Gebäude stand die Versorgungsfähre.
 
Jetay deutete zur Seite. „Da müssen wir rein.“
 
Xidar sah zum Tor und dann zu einem kleinen Gebäude daneben. Irgendwo dort musste die Steuerung für den Hangar sein.
 
Sie griff wieder an die Innentasche ihrer Jacke.
Der Zugangschip war noch da.
Ihre beste Freundin Lixa nicht.
 

Kapitel 5 – Kurs bestätigt

Xidar und Jetay blieben eine Weile hinter den niedrigen Büschen liegen und beobachteten den Hangar.
Viel zu beobachten gab es nicht.
 
Ein kleines Transportfahrzeug rollte über den Hof und verschwand hinter einem Lagergebäude. Über dem Eingang brannten einige Lampen, ansonsten war es ruhig. Niemand patrouillierte vor dem Tor, keine schwer bewaffneten Wachen standen herum. Der Hangar war schließlich kein besonderer Ort. Hier kamen Lieferungen an, Post wurde verteilt und die kleine Versorgungsfähre des Clans startete zu ihren regelmäßigen Flügen.
 
Nur Xidar und Jetay hatten hier nichts zu suchen.
„Wir gehen von der Seite rein“, sagte Xidar schließlich. „Ich nehme das Schiff. Du öffnest das Tor.“
Jetay sah sie an. „Warum nimmst du das Schiff?“
„Weil ich weiß, wie es geht.“
Jetay erwiderte nichts mehr.
 
Xidar war mehrmals mit Lixa und ihrem Vater mitgeflogen. Damals hatte sie natürlich nicht einfach still dagesessen. Sie hatte zugesehen, Fragen gestellt und sich gemerkt, was Lixas Vater vor einem Start tat. Vieles erledigte die Fähre ohnehin selbst.
 
Jetay deutete zum Nebengebäude. Dort lag die Steuerung für das große Hangartor. „Dann mach du das Schiff klar und ich das Tor.“
„Sag ich doch“, sagte Xidar.
Mehr mussten sie nicht besprechen.
 
Sie warteten, bis das kleine Transportfahrzeug wieder außer Sicht war, und liefen geduckt über die offene Fläche. Der Zugangschip öffnete eine Seitentür ohne Probleme.
 
Xidar musste sofort an Lixa denken.
Sie schob den Gedanken weg.
 
Im Inneren roch es nach Metall, Maschinen und den Behältern, die tagsüber hier verladen wurden. Einige Arbeitslichter brannten, aber der größte Teil des Hangars lag im Halbdunkel.
 
Die Fähre stand allein in der Mitte.
 
Sie sah genauso aus wie bei Xidars letztem Besuch. Nicht groß, nicht besonders schnell und ganz sicher nicht für Jugendliche gedacht, die Drognien verlassen wollten.
 
Xidar lief zur Fähre.
 
Der Zugangschip öffnete auch hier die Tür. Sie kletterte hinein, warf ihre Tasche auf einen freien Sitz und setzte sich nach vorn.
 
Vor ihr leuchteten bereits die Anzeigen.
Für einen Moment wusste sie nicht mehr, was sie tun sollte.
Dann erinnerte sie sich an Lixas Vater.
 
Er hatte beim Start nie besonders viel gemacht. Erst Zugang. Dann Systemprüfung. Danach das Ziel für den ersten Flugabschnitt.
 
Xidar berührte die entsprechenden Felder. Die Fähre begann selbstständig ihre Systeme zu prüfen. Einige Anzeigen wechselten von Gelb auf Grün.
 
„Na also.“
Sie wählte zunächst nur die Standardroute nach oben.
UMLAUFBAHN DROGNIEN
Mehr brauchte sie im Moment nicht. Das eigentliche Ziel konnte sie später wählen.
 
Xidar sah durch die Frontscheibe zum anderen Ende des Hangars. Jetay stand an einer Konsole und hantierte mit dem Zugangssystem. Einmal sah er zu ihr herüber und hob die Hand.
 
Dann bewegte sich etwas.
 
Langsam öffnete sich das große Hangartor. Draußen lag die dunkle Ebene. Weiter entfernt erhob sich der Oruz mit seinen Lichtern.
 
Xidar grinste.
Es funktionierte wirklich.
Jetay kam von der Konsole zurück.
„Los!“, rief Xidar durch die offene Tür.
Er ging schneller.
Dann wurde er langsamer.
Xidar runzelte die Stirn. „Jetay, was ist los?“
Er blieb stehen. Nur wenige Meter trennten ihn noch von der Fähre.
 
Xidar sah, wie er zum offenen Hangartor blickte. Dann zum Schiff. Wieder zurück.
„Was machst du?“
Jetay antwortete nicht. Er machte einen Schritt nach vorn und zögerte wieder.
Dann gingen im Hangar plötzlich sämtliche Arbeitslichter an.
Xidar zuckte zusammen.
Eine ruhige Stimme kam aus den Lautsprechern.
„Ungeplanter Hangarbetrieb erkannt.“
Jetay drehte den Kopf.
 
Von irgendwo außerhalb des Hangars war eine weitere Stimme zu hören. Diesmal eine echte.
„Hallo? Ist da jemand?“
Jetay sah noch einmal zur Fähre.
„JETAY!“, rief Xidar.
Er setzte sich in Bewegung.
Aber nicht in Xidars Richtung.
Er rannte zur Seitentür.
 
Xidar starrte ihm hinterher. „Das ist nicht dein Ernst!“
Jetay war bereits verschwunden.
Die Durchsage wiederholte sich. Irgendwo wurde eine Tür geöffnet.
Xidar schüttelte ungläubig den Kopf.
„Und wieder gewinne ich.“
Es klang nicht halb so gut, wie sie erwartet hatte.
Sie schloss die Tür der Fähre.
 
Danach musste sie kaum noch etwas tun. Das Schiff rollte aus dem Hangar, richtete sich auf der vorgesehenen Startfläche aus und übernahm den Rest.
 
Xidar saß angeschnallt im Sitz und beobachtete, wie der Boden unter ihr zurückblieb.
Der Hangar wurde kleiner. Die Lichter der umliegenden Anlagen verschwammen miteinander.
Dann sah sie den Oruz, wie noch nie zuvor.
 
Xidar hatte den Berg ihr ganzes Leben lang von unten gesehen. Jetzt sah sie seine Hänge immer weiter unter sich verschwinden: die hellen Siedlungen am Fuß, die dunkleren Bereiche weiter oben und dazwischen die wenigen besonders hellen Flecken.
 
Irgendwo dort waren ihre Eltern.
Irgendwo auf dem Weg zurück war Lixa.
Nira wahrscheinlich ebenfalls.
Und Jetay?
Xidar wusste nicht einmal, wohin er gerannt war.
Die Fähre stieg weiter.
 
Drognien breitete sich immer weiter unter ihr aus und rückte gleichzeitig in die Ferne. Gebirge, Wälder und Lichter gingen ineinander über. Schließlich erreichte das Schiff seine vorgesehene Umlaufbahn und wurde ruhig.
 
Eine Anzeige meldete:
STARTABSCHNITT ABGESCHLOSSEN. ZIEL EINGEBEN.
Xidar sah darauf.
Jetzt also.
 
Sie öffnete die Navigation und gab einen der Orte ein, über die sie mit den anderen gesprochen hatte. Eine Welt mit weiten grünen Landschaften und Wasser, von der es in den Geschichten hieß, einige der Jugendlichen vom Oruz seien irgendwann dort gelandet.
 
Aber welches Ziel sie auch wählte, die Antwort kam sofort.
ZIEL AUSSERHALB DER REICHWEITE.
Xidar runzelte die Stirn.
Sie probierte einen anderen Ort.
Wieder dieselbe Meldung.
„Wie weit kommst du denn überhaupt?“, fragte Xidar, als könnte die Fähre ihr antworten.
Sie versuchte es ein drittes Mal.
 
ZIEL AUSSERHALB DER REICHWEITE.
Xidar lehnte sich zurück.
 
Sie saß in der Versorgungsfähre eines Bergclans und nicht in einem Schiff, das sie quer durch die bekannten Welten bringen konnte.
 
Sie ließ sich alle erreichbaren Ziele anzeigen.
Während das System suchte, griff Xidar in ihre Tasche. Ihre Finger stießen auf die Verpackung mit dem Fisch.
Davon war kaum noch etwas übrig.
 
Irgendwann unterwegs hatte sie angefangen zu essen und immer wieder ein Stück abgebrochen. Jetzt lag nur noch ein kleiner Rest darin.
 
Xidar nahm ihn heraus.
 
Am Nachmittag hatte es sich noch großartig angefühlt, ausgerechnet das Stück ihres Vaters mitzunehmen. Jetzt fand sie die Idee ziemlich dämlich.
 
Wenn sie ihn gefragt hätte, hätte er ihr wahrscheinlich das ganze Stück gegeben. Vermutlich hätte er behauptet, er wolle es sowieso nicht, obwohl beide gewusst hätten, dass das nicht stimmte.
 
Xidar legte den Rest zurück.
Zum ersten Mal seit ihrem Aufbruch war niemand da, auf den sie wütend sein konnte.
Kein Vater, der ihr sagte, was sie tun sollte.
Keine Mutter, die ihre Handschuhe kontrollierte.
Keine Nira, die zweifelte.
Keine Lixa, die zurückwollte.
Nicht einmal Jetay, den sie überholen konnte.
 
Nur Xidar.
Das Navigationssystem meldete sich.
VIER ERREICHBARE ZIELE.
Sie sah auf die Anzeige.
 
Der erste Eintrag führte zurück nach Drognien. Mehrere regionale Landeplätze standen zur Auswahl. Sie könnte umkehren. Nicht irgendwann, sondern jetzt.
 
Darunter stand der Mond. Xidar blieb mit dem Blick daran hängen. Die alte Station. Die Geschichten über Jugendliche, die dort verschwunden waren. Die Erzählungen darüber, dass einige von dort weitergezogen seien. Vielleicht war alles übertrieben.
 
Vielleicht auch nicht.
 
Der dritte Eintrag führte zur Naphicci-Regionalstation in der Nähe von Drognien. „Naphicci – eine Union der Welten“, sagte ihr Vater immer eher spöttisch.
 
Der vierte führte zu einer unabhängigen Versorgungsstation, an der Händler, kleinere Frachter und Reisende Zwischenstopp machten.
 
Vier Möglichkeiten.
Xidar sah durch die Scheibe auf Drognien hinunter.
Sie hatte den ganzen Abend dafür gekämpft, selbst entscheiden zu dürfen.
Jetzt tat es niemand für sie.
 
Sie dachte an Lixa auf dem Weg zurück zum Oruz. An Jetay, der wenige Meter vor dem Schiff umgedreht hatte. An Nira. An ihre Mutter. An ihren Vater und den Fisch, von dem kaum noch etwas übrig war.
 
Dann sah sie wieder auf die vier Ziele.
Zum ersten Mal an diesem Tag musste Xidar niemandem beweisen, dass sie recht hatte.
Sie musste selbst entscheiden.
Die Verantwortung konnte sie niemandem geben.
Xidar hob die Hand und berührte eines der Felder.
Die Anzeige wechselte.
KURS BESTÄTIGT.
 

Xidar weiterentwickeln?

Xidar steht für viele, die in eine Welt hineinwachsen, in der vieles längst entschieden scheint. Traditionen, Erwartungen und Wege, die schon da waren, bevor sie selbst überhaupt mitreden konnten.

Aber muss man einen Weg gehen, nur weil andere ihn schon immer gegangen sind?

Du kennst diese Perspektive? Du hast Ideen für Xidar, ihre Welt, ihre Geschichte oder ihre Musik – vielleicht weil du selbst schreibst, zeichnest, Musik machst, gestaltest oder einfach etwas siehst, das bisher fehlt?


Dann entwickle Xidar mit.

Murcas weiterentwickeln?

Murcas ist immer auf der Reise. Mal laut, mal leise. Manchmal geradeaus, manchmal in Kreisen. Hürden gehören dazu – genauso wie Veränderung.


Wer Murcas ist, wie Lubiele aussieht und warum Ziele dort vielleicht mehr verbinden, als man zuerst denkt, erzählt bald die erste Geschichte.

Du kennst diese Perspektive, hast eine Idee für Murcas, die Geschichte, Musik oder ihre Welt – oder siehst etwas, das bisher noch fehlt?


Dann entwickle Murcas mit.

Ralos weiterentwickeln?

Ralos kennt den Kampf. Früher richtete er ihn nach außen, heute trägt er ihn in sich. Die gleiche Flamme ist noch da – nur was sie bewirkt, hat sich verändert.


Seine erste Geschichte entsteht gerade. Bald erfährst du mehr über Ralos, Stunar und einen Weg, auf dem Stärke irgendwann etwas anderes bedeutete als gewinnen.

Du kennst diese Perspektive, hast eine Idee für Ralos, seine Geschichte, Musik oder seine Welt – oder siehst etwas, das bisher noch fehlt?


Dann entwickle Ralos mit.

Roc weiterentwickeln?

Roc nimmt das Leben gern ein bisschen wie ein Spiel. Nicht weil ihr alles egal ist, sondern weil ein Fehler für sie noch lange nicht das Ende bedeutet.Alles ist Erfahrung- ein Pix.


Ihre erste Geschichte entsteht gerade und wird demnächst hier erscheinen.

Du kennst diese Perspektive, hast Spaß an Spielen, Ideen, Geschichten oder einfach daran, Dinge noch mal anders auszuprobieren?


Dann entwickle Roc mit.

Alug weiterentwickeln?

Alug bleibt manchmal dort stehen, wo andere längst weitergegangen sind. Zwischen Mitmachen und weitergehen. Zwischen dem, was man zeigen will, und dem, was andere darin sehen. Zwischen einem Wort, das trennt – und einem, das etwas verbindet.


Seine erste Geschichte entsteht gerade und wird demnächst hier erscheinen.

Du kennst solche Momente, hast eine Idee für Alug, seiner Welt, Geschichte oder seine Musik – oder siehst eine Perspektive, die bisher noch fehlt?


Dann entwickle Alug mit.

Snorf weiterentwickeln?

Snorf schaut gern ein Stück weiter. Aus einem Keim wird ein Baum. Aus einem Wort kann eine Haltung werden. Und aus einem kleinen Fehler manchmal etwas, das viel größer wird, als irgendjemand geplant hatte.


Ihre erste Geschichte entsteht gerade und wird demnächst hier erscheinen.

Du kennst diese Perspektive, hinterfragst gern Zusammenhänge oder hast eine Idee für Snorf, ihre Geschichte, ihre Welt oder ihre Musik?

Dann entwickle Snorf mit.

Anoroc weiterentwickeln?

Anoroc schaut selten nur auf den Einzelnen. Was heute selbstverständlich wirkt, wurde irgendwann von anderen gebaut, ausprobiert, weitergegeben oder auch falsch gemacht. Und selbst wer nichts tut, kann damit etwas auslösen.


Seine erste Geschichte entsteht gerade und wird demnächst hier erscheinen.

Du kennst diese Perspektive, hast selbst erlebt, wie Menschen sich gegenseitig tragen – oder hast eine Idee für Anoroc, seine Geschichte, seine Welt oder seine Musik?

Dann entwickle Anoroc mit.

Tari weiterentwickeln?

Tari fragt nicht nur, welches Ziel jemand verfolgt. Sie fragt auch, woher es kommt, wem es eigentlich dient – und was passiert, wenn viele Menschen gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen ziehen.


Ihre erste Geschichte entsteht gerade und wird demnächst hier erscheinen.

Du kennst diese Perspektive, hast selbst erlebt, wie schwierig gemeinsame Ziele sein können – oder hast eine Idee für Tari, ihre Geschichte, ihre Welt oder ihre Musik?


Dann entwickle Tari mit.